“ Erinnerungskultur der Gottscheer ”


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Abgeschickt von Leser der Gottscheer Zeitung am 10 Februar, 2010 um 17:17:19:

Volksgruppenkongress, Klagenfurt 2009

Der 20. Volksgruppenkongress fand am 10. und 11. November in Klagenfurt statt und Magister Georg Marschnig wurde zur Vorlesung seiner Beobachtung „Gottscheer als Teil der europäischen Erinnerungsgemeinschaft” am 11. November 2009 eingeladen.

Unter den Zuhörern war auch Dr. Viktor Michitsch, Vorsitzender der Gottscheer Arbeitsgemeinschaft (AG), Haupt der Landsmannschaft in Klagenfurt und Herausgeber der Gottscheer Zeitung (GZ). Am Ende des Vortrags versuchte Michitsch die fünf jährige Arbeit dieses Akademikers zu diskreditieren. Er versuchte es wieder in der Januar 2010 Ausgabe der GZ unter dem Titel „Volksgruppenkongress, Klagenfurt 2009”.

Magister Marschnig erwählte sich die “Erinnerungskultur der Gottscheer” als den Kern seiner Doktorarbeit an der Wiener Universität. Resultate seiner Forschung wurden schon eher in Seminaren und Konferenzen dargeben wie auch durch den ORF verbreitet. Und das Buch “Kulturen der Differenz; Transformationsprozesse in Zentraleuropa nach 1989“, herausgegeben von Vienna University Press, enthält einen Teil seiner Arbeit unter „Gottschee global; Kollektive Identitätskonstruktionen im weltweiten Netz“.

Marschnig’s Arbeit ist ein Versuch die Kluft zwischen der „offiziellen Selbsterzählung“, also „die alten, apologetischen Darstellungen, Verheimlichungen und Anschuldigungen“ und den Mühen derer welche versuchen „die eigene Rolle vor und wahrend des zweiten Weltkriegs“ in aller Klarheit darzustellen. Marschnig sagt, weiterhin, die „offizielle Selbsterzählung“ wurde öfters von Unabhängigen umstritten, jetzt aber im Internet, (welches unabhängige Schilderung ermöglichte), mehr aggressiv angegriffen. Dies von denen „welche versuchen, die Erinnerung an die eigene Vergangenheit an Internationale Standards einer kritischen Reflexion heranzuführen“.

Der Januar GZ Artikel ist verachtend an Marschnig’s Feststellungen obwohl diese von angesehenen Historikern bestätigt und von anerkannten Professoren der Wiener Universität überprüft wurden. Der Artikel lehnt ab als ungültig oder unrichtig jede Information welche von der „offiziellen Selbsterzählung“ der Gottscheer Landsmannschaften unter Viktor Michitsch abweicht. Dies zeigt deutlich an, deren Vertreter akzeptieren als richtig nur Informationen welche den Zielen deren Geschichtsschilderung dienen.

Der GZ Artikel widersetzt sich den Marschnig Feststellungen nicht mit tatsächlichen Daten sondern nur mit fraglichen Behauptungen. So zum Beispiel ist der Versuch die Marschnig Feststellung, die frühe „Zuwanderung zum Nationalsozialismus“ in den Ausdruck „Festhaltung an der deutschen und gottscheerischen Sprache“ umzuwandeln.

Aber Dr. Hans Arko, Leiter der Gottscheer bis zu seinem Abschob von der VoMi Ende 1938, berichtet in seinem 1941 Memoire, die Gottscheer waren frühzeitige Unterstützer des Nationalsozialismus. Er schreibt “Die Gottscheer waren bereits sehr früh Anhänger des Nationalsozialismus und wurde ihre Weltanschauung noch dadurch verstärkt, dass sowohl die Hausierer als auch viele Jungbauern aus dem Reiche mit der notwendigen Schulung in die Heimat zurückgekehrt sind. Ich selbst bin seit dem Jahre 1927 Nationalsozialist und habe so manchen Gottscheer mit der neuen Weltanschauung vertraut gemacht“.

Zu dem schreibt Wilhelm Lampeter: „Im Nationalsozialismus, der erst mit der Machtübernahme 1933 in die entlegene Gottschee fand, wurde von den Jungen ihr eigentliches Lebensziel erkannt, der bestimmende Wegweiser ihres Strebens und Tatenwillens erschaut.“ (Die Gottscheer Volksgruppe 1930-1942, 09.02.1942)

Die GZ behauptet der Schwäbisch-Deutsche Kulturbund war ein „staatlich genehmigter Verein“ und „keiner unserer Landsleute irgendeine Handlung gesetzt hat, die sich gegen den Staat Jugoslawien gerichtet hätte. “

Aber Dr. Arko, in 1923 zum Obmann der Gottschee Gruppe des Kulturbundes ernannt, schreibt das die Gruppe „schon nach 8 Tagen behördlich aufgelöst worden ist, mit der Begründung, dass bereits bei der gründenden Hauptversammlung politische Tendenzen zum Vorscheine kamen, die nach den Statuten verboten sind“.

In 1928 wurde die Gottschee Gruppe des Kulturbundes wieder erlaubt und von der Stadt [Gottschee] aus wurde der Kulturbund in die Dörfer verbreit so das im Jahre 1929 schon 18 Ortsgruppen bestanden wo (nach Arko) „an den Heimabenden politische Vorträge gehalten wurden, was gegen die Satzungen des unpolitischen Kulturbundes verstoße“. Und in 1937 wurde die Gottschee Gruppe wieder verboten weil "Die Organisationen des Kulturbundes als nationalsozialistische Agitationszellen erkannt worden seien“.

Der GZ Artikel überblickt Marschnig’s Hinweis auf die ehemalige Gottscheer-Nazi Leitung (Lampeter, Lackner, usw.) welche nach dem Krieg als „Ehrenmitglieder’ und „Kulturreferenten“ in Gottscheer Landsmannschaften unter Viktor Michitsch eingereiht wurde. Dies waren die Individuelle welche die Verantwortung für die Umsiedlung freiwillig übernahmen und die Bevölkerung zwangen deren Heimat zu verlassen. Auch verschwiegen Diese, der Ansiedlungort sei nicht das Altreich sondern ein anderer Teil von Slowenien aus welchem die Ansässigen von der SS vertrieben wurden.

Und auch überblickt der GZ Artikel die „wahren Helden der Heimat“, also Diese welche sich dem Zwang widersetzten und in der Heimat verblieben. Marschnig schreibt „Diese wurden nie als solche gewürdigt. Im Gegenteil wurden sie bis 1989 völlig negiert…“/…/ „Als mögliche Erklärung /... / das die in Gottschee Verbliebenen den Mythos von der Zwangsumsiedlung klarerweise gefährdeten“.

Zu dem berichtet Zofka Grill-Mirtiè ihre Empörung als der damalige Schriftleiter der GZ, an einem Besuch seiner ehemalige Heimat in 1993, ihren Vater als ein Odpadnik” (Abtrünniger) beschrieb.

Die “Odpadnik” wurden erst anerkannt als Slowenien selbständig wurde und die Heimgebliebenen sich in unpolitischen Gruppen sammelten um deren Dialekt und Gebräuche zu erhalten. Als solche wurden sie den politischen Zielen der Arbeitsgemeinschaft (AG) wertvoll gegenüber dem neuen Staat, besonders zwecks Rückerstattung von Vermögen an ausgetriebene Gottscheer. („ wenn nicht “ werden wir Slowenien den EU Eintritt verhindern). Die Gruppen wurden finanziell unterstützt und bald danach wurden sie Mitglieder der AG. Aber nach etlichen Jahren die zwei Vereine, die Altsiedler und Peter Kozler, erkannten die wahren Ziele der AG Politik und traten aus. Ein anderer Verein, die “Freiheitsbrücke” in Maribor, lehnte jede Beziehung mit Klagenfurt ab als erfahren wurde, die AG hat ehemalige Nazis als „Ehrenmitglieder“ in ihren Reihen.

Der GZ Artikel versäumt nicht die „rechtswidrigen“ AVNOJ Beschlüsse wieder zu erwähnen. Erwähnt ist aber nicht, diese Beschlüsse dienten nur der Ausweisung deren welche den Nazi Eindringling unterstützte. Alle die das Gegenteil bewiesen, konnten bleiben. Auch nicht erwähnt ist die Tatsache die Gottscheer „Odpadnik” waren nicht Unterstützer und wurden daher nicht ausgestoßen. Daher ist die Behauptung: „die Gottscheer waren nur Opfer der Weltpolitik“ zweifellos falsch.

Aber alle Gottscheer welche umsiedelten und die Staatsangehörigkeit des Dritten Reiches annahmen wurden in 1945 als Teil des Nazi Besatzers vertrieben. Michitsch schreibt: „Hunderte sind in KZ-Lagern umgekommen.“ (Einst behauptete er es waren Tausende!) Aber unerwähnt verbleibt die Tatsache, mehr als eine Million Jugoslawen haben, als Resultat der Nazi Invasion, ihr Leben verloren. Der Ausdruck „Nazi“ ist nie benutzt und die „Missetaten“ sind immer an alle Deutsche, nie nur an die Nazis angebracht. Scheinbar um den Unterschied zu verschleiern und die Falschheit: „Die „Missetaten wurden an das ganze Deutschtum angebracht“, zu festigen.

Die Veröffentlichung der Gottscheer “ Erinnerungskultur ” ist wertvoll für die neue Generation, welche hatte (bisher) fast keinen Zugang zu deren wahren Vergangenheit. Diese „Kultur“ behauptet, Marschnig übernahm viele Hinweise aus einer privaten deutschen Homepage welches „kommt einer Verfälschung der wahren Gottscheer Geschichte gleich“. Der Name der Homepage ist aber verheimlicht. (aus Furcht, Leser werden sie besuchen ??)

Der Name ist Gottschee.de, deren Eigentümer Josef Gladitsch, auch Sohn eines betrogenen und vertriebenen Gottscheers. Seit 2002 hatte diese unabhängige Website über 100,000 Besucher und ist weltweit für die Richtigkeit ihrer Daten bekannt. Sie widerstand Versuche sie zu schließen wie auch Drohung von Viktor Michitsch sie zu belangen.

All dies zeigt, der heutigen Gottscheer Leitung ist es unmöglich sich mit der Richtigkeit deren Geschichte zu versöhnen. Anstatt dessen ”werden über die Gottscheer Zeitung, trotz gegenteiliger Behauptungen, die alten Frontstellungen weitertransportiert “ sagt Marschnig.

Und weiterhin: „Verharrt die „Community“ auf den alten, apologetischen Darstellungen, Verheimlichungen und Anschuldigungen gegenüber den Nachbarn oder gelingt es einer neuen Generation von Gottscheer Vertretern, die eigene Rolle vor und wahrend des Zweiten Weltkriegs in aller Klarheit darzustellen und der allgegenwärtigen Opferdimension auch (endlich) eine Täterperspektive beizustellen?

Erst wenn dieser Schritt getan ist, werden die Gottscheer in der Lage sein, Teil einer europäischen Erinnerungslandschaft, und somit Teil der europäischen Identität zu werden“.

John Tschinkel, 7. Februar, 2010




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