Abgeschickt von Leser der Gottscheer Zeitung am 11 September, 2009 um 23:11:57:
12. September, 2008
„Unsere Jubilare: Richard Lackner – 90 Jahre“.
Mit dieser Einleitung begrüsst die August 2009 Ausgabe der Gottscheer Zeitung diesen bekannten Gottscheer, geboren am 14. August 1919. Der Artikel beginnt mit einer kurzen Einleitung über Lackner’s Jugend in seiner Heimat und folgt mit einer Beschreibung dessen Werke nach dem zweiten Weltkrieg. Unter diesen sind seine Mühen als Vorsitzender von Landsmannschaften in Deutschland und „andere Werke“ für welche er zum „Ehrenmitglied und Kulturreferenten“ ernannt wurde. Auch ist er „Ehrenmitglied“ der Landsmannschaft in Klagenfurt (Eigentümer/ Herausgeber der Zeitung) unter Obmann Dr. Viktor Michitsch. Michitsch ist auch Obmann der Arbeitsgemeinschaft Gottscheer Organisationen, unter denen die GHGA (Gottscheer Heritage and Genealogy Association) in den USA. Der Artikel beendet das Laudatio mit dem Jubel „Auf ihn und seine Werke kann man als Gottscheer stolz sein“.
Leider verschweigt die Zeitung Lackner’s meist hervorragende "Werke", alle in den Jahren von 1938 bis 1942. In dieser Zeit war Lackner Leiter der Gottscheer Jugend (21 und jünger) und hatte die Aufgabe den Nationalsozialismus in diese Jugend einzuprägen. Das ist klar gemacht in begeisternden Reden, Gedichten und Artikeln von Lackner, Ludwig Kren (geb. 17. Dez. 1920) und anderen, alle sorgältig verewigt in verschiedenen Ausgaben der damaligen Gottscheer Zeitung; in 1941 unter dem Leiter der Gottscheer, dem 25 jährigen Nationalsozialisten, Wilhelm Lampeter. Lackner war dessen Stabsleiter und Stellvertreter.
Dass Lackner erfolgreich war ist in der Tatsache, seine Jugendgruppen waren die Spitze des Keiles mit welchem deren Eltern zur Umsiedlung überzeugt wurden. Überzeugung mit dem Motto: „verlässt die versteinerte und mangelhafte Erde für das fruchtbare, sichere und ewige Dritte Reich, wohin uns der Führer ruft“. (Gottscheer Zeitungen, im Jahrgang 1941).
Das Endresultat dieses Sirenengesangs ist allen bekannt. Aber für Lackner war es die erfolgreiche Ausführung des Führerbefehl’s. Kein kleines „Werk“ eines charismatischen Jünglings, kaum den zehner Jahren entwachsen.
Daher ist nicht nötig zu staunen, dass etliche Jahrzehnte später Lackner zum „Ehrenmitglied“ ernannt wurde und zwar von der jetzt erwachsenen Jugend in welche er einstmals die Ideologie des Nationalsozialismus einprägte. Unter diesen war sein Charisma fortdauernd, obwohl nicht in deren Älteren welche es (schweigend) einsahen, sie wurden von Lackner, Lampeter und den Anderen betrogen. Betrogen mit Lügen und überredet deren Land, für Länder von Slowenen gestohlen, zu verlassen.
Wenig von Diesem fand Resonanz in der ehemaligen Jugend welche sah (fortdauernd) in Lackner’s Versprechen, Wirken und Ideologie, die erhoffte Zukunft und welche ihn, trotz des tragischen Resultats, mit Titeln wie „Ehrenmitglied“, „Kulturreferent“, usw., belohnte. „Er tat ein großes Werk für uns“ hörte man einstmals und auch noch heute. Aber der August 2009 Artikel berichtet über diese „Verführungswerke“ nicht.
Viktor Michitsch, im Grunde verantwortlich für den Artikel, deutet anderswo an, Lackner (und die Leitung um ihn) wurden betrogen. Leider nicht mit einer Erkärung der Betrug kam von Hitler, welcher versprach (persönlich) die Gottscheer werden als ethnische Gruppe umgesiedelt und verbleiben als solche, mit deren Leitung intakt. All diese Versprechen waren, vom Anfang an, nichts als Lügen.
Aber Michitsch (als 13 jähriger in Lackner’s Jugendgruppen) gestand noch nie, Lackner und die Anderen waren Betrüger an deren Landsleuten. Diese betrogenen Betrüger verheimlichten (unter anderen) die Tatsache die „Heimkehr“ ist nicht ins „Altreich“, sondern in Länder aus welchen die rechtlichen Eigentümer vertrieben wurden. (Züge mit Umsiedlern waren schon unterwegs obwohl ihnen das Ziel noch nicht bekannt war.)
Der Artikel berichtet weiterhin, der Jubilar wurde im Oktober 1943 zur deutschen Wehrmacht eingezogen. Das ist falsch. Nach Selbsteingeständnis, Lackner trat, freiwillig, in die SS-Division „Totenkopf“ ein, eine der berüchtigtsten Einheiten dieser Organisation. Auch Lampeter war SS-Mann und sogar Offizier im KZ Lager Buchenwald.
Tatsache ist, Lackner betrog seine Landsleute wie auch er selbst vom Dritten Reich betrogen wurde. Und da er noch nicht die Gnade fand sich bei Diesen zu entschuldigen, kann man nur folgern, er ist noch immer in dieser verfehlten Ideologie verankert. Scheinbar wie auch Diese, welche die „wichtigen Werke“ dieses Jubilars verschweigen.
John Tschinkel, 11 September, 2009
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Richard Lackner als Dichter:
Uns ruft Deutschland
Kameraden, uns ruft Deutschland, und wir ziehen frei dahin,
um des stolzen Blutes wegen, um der Treue hohen Sinn.
Da wir nun das Alte lassen, wollen wir das Neue sehn,
doch der Heimat Angedenken, soll mit uns nach Deutschland gehn.
Wenn wir langst auf neuer Erde, früchtereicher werden baun,
und die neugeschenkte Heimat, in erneuter Liebe schaun.
Wollen wir den Enkeln singen vom vertrauten alten Land,
das uns einst in langem Ringen unbesiegbar fest verband.
Von den Steilen, kargen Äckern, von dem reichgesäten Stein
Und den großen, dunklen Wäldern, die dann rauschten, fern, allein.
Kameraden, und ruft Deutschland, und wir ziehen frei dahin,
um des stolzen Blutes wegen, um der Treue hohen Sinn.
Richard Lackner, GZ, 3. Dezember 1941.