2. Die Gottscheer Aussiedlung; wie es wirklich war.


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Abgeschickt von J. Tschinkel am 08 Maerz, 2003 um 18:38:37:

Das Ende der Gottscheer als Ethnische Gruppe;
Die Dokumentierten Tatsachen.
by John Tschinkel


1. Vorwort

Dieser Artikel stellt sich einem Thema gegenüber, das seit Ende des zweiten Weltkrieges unter den zerstreuten Gottscheer als tabu bezeichnet wurde und ist auch heute noch ein verheimlichtes Kapitel in unserer Geschichte; die wahren Tatsachen des Verlustes unserer Heimat.

In den vielen Jahren seit 1945, die Anwort auf die Frage eines Nichteingeweihten “warum habt ihr eure Heimat verlassen” war, höchstwahrscheinlich; “wir waren gegen den Kommunismus”, oder; “ wir wurden von Tito’s Jugoslawien ausgewiesen da wir gegen den Kommunismus eingestellt waren.”

Diese Anwort brachte Bewunderung und Zuneigung in den Jahr-zehnten des Kalten Krieges wo das Entrinnen vom Kommunismus Tausenden die Motivierung gab die Heimat für die Sicherheit und Freiheit des demokratischen Westens, aufzugeben. Und Die, die ausgestoßen wurden trugen die Ausstoßung als ein Abzeichen der Ehre.

Es war günstig für uns Gottscheer sich in diese Gruppe einzureihen obwohl wir wußten daß diese Erklärung nicht die richtige war. Wir gaben diese Antwort weil die richtige Antwort uns in Ver-legenheit brachte. Wir wollten das Trauma der Vergangenheit vergessen und uns der Zukunft widmen in Ländern die uns als Flüchtlinge willkommen hießen.

Die Wahrheit ist, wir wurden von dem damaligen Jugoslawien nach Ende des Krieges ausgestoßen da wir von den Befreiern als Teil des Besatzers anerkannt wurden. Wir wurden als solche anerkannt da wir es erlaubten schon in den Vorkriegsjahren in den Bannkreis der Nazis zu geraten.

In 1941, nach der Besetzung von Jugoslawien und Annexion eines Teiles von Slowenien, akzeptierten wir die Staatsbürgerschaft des Dritten Reiches und verpflichteten uns durch einen Treueid zu Adolf Hitler.
Auch gaben wir Zustimmung zur Umsiedlung aus unserer über 600 Jahre alten Heimat in das Altreich des neuen Deutschlands als Teil der Einsammlungspolitik oder "Heimführung" von Hitler.

Unsere Heimführung aber war in das annektierte und ethnisch gereinigte Teil von Slowenien aus welchem 37,000 Slowenen zwangsweise von der Deutschen Besatzungsmacht ausgesiedelt wurden. Die Vertriebenen verbrachten die nächsten vier Jahre als Zwangsarbeiter im Reich und nur weniger als die Hälfte kehrte wieder in deren Heimat zurück.

Nach dem Ende des Krieges wurden wir vom damaligen Jugo-slawien als Angehörige des Dritten Reiches ausgestoßen. Wir hatten unsere Jugoslawische Staatsangehörigkeit und unsere wirkliche Heimat im Jahre 1941 abgewiesen, wir waren unerwünscht im neuen Staat und wir durften nicht zurück in unser Land wo wir für über 600 Jahre friedlich lebten.

Es ist daher nicht überraschend das die ausgewiesenen Gottscheer die Frage “warum habt ihr eure Heimat verlassen” mit der obigen, Zuneigung hervorrufenden Erwiderung, beantworteten. Wir wußten, undeutlich, das uns große Kräfte manipulierten, doch waren uns die Einzelheiten nicht bekannt. Damals stellten wir uns zu einer Seite, wir wählten unsere Zukunft und wurden heimatlos. Jetzt aber wollten wir vergessen.

In den Jahrzehnten seit der Ausweisung wurde uns klar wir wurden von unseren eigenen Leitern die im Dienste der Einsammlungspolitik der Dritten Reiches wirkten, manipuliert. Diese Politik war ungefähr auf die folgende Weise aufgebaut:

 Annektierung von Teilen des eroberten Landes,
 Vertreibung der ansässigen, nicht Deutschen Bevölkerung,
 Ansiedlung des Annektierung Landes mit "heimgeführten" Volksdeutschen.

Ethnische Reinigung, Nazi Stil.

Vorerst aber müssen die Volksdeutschen, im diesen Falle die Gottscheer, in den Bann der Nazis gebracht werden.

Die politisch einfachen Gottscheer der ‘30er Jahre kamen in diesen Bannkreis durch Eifer einer Gruppe junger Gottscheer, die zur Hitler Ideologie besonders für diesen Zweck konvertiert wurde.

Diese Gruppe erhielt die Aufgabe die legitime Leitung der Gottscheer abzuschieben, ihre Landsleute dann auf jede Weise zur Verzichtung ihres 600 jährigen Erbgutes zu überreden und sie zur Umsiedlung in andere Teile des eroberten Slowenien, aus welchem die ansässigen vertrieben wurden, zu bringen. Die neue junge Leitung vollendete diese Aufgabe mit Begeisterung und zur Befriedigung ihrer Meister.

Mit dieser Tat brachten sie uns die Heimatlosigkeit.

Die detaillierte Rolle dieser neuen Leitung in deren Aufgabe wurde uns Ausgewiesenen für viele Jahrzehnte verheimlicht. Im letzten Jahrzehnte, leitenden Mitglieder dieser Gruppe wurde sogar Eintritt in Gottscheer Organisationen die unsere Geschichte erhalten, erlaubt.

Beweise sind vorhanden die es anzeigen das diese Individuellen jetzt wieder mit beträchtlichen Einfluß wirken und wieder Zwietracht sähen. Sie brachten es sogar dazu Andere zur Verteidigung ihrer Taten im Dienste des Dritten Reiches zu überzeugen.

Dieser Artikel zeigt wie diese Diener das Gottscheer Volkstum der Hitler Einsammlungspolitik überlieferten und wie heute deren Freunde diese Werke rechtfertigen und verteidigen.



2. Einleitung

In einem Artikel in der April 1998 Ausgabe der Gottscheer Zeitung, Dr. Viktor Michitsch, Vorsitzender der Gottscheer Landsmannschaft in Klagenfurt, erklärt seinen Lesern einen Bericht des Historiker Zdravko Troha. Der Bericht von Troha unter den Titel “Gottscheer Deutschen” erschien im Dolenjski list, eine Zeitschrift die in Novo Mesto, Slowenien herausgegeben wird.

In seinen Artikel, “Erklärung zu einem Bericht im Dolenjski list”, Dr. Michitsch widerspricht die von Herr Troha angegebenen historischen Ereignisse über die Umsiedlung der Gottscheer. Leider zitiert Dr. Michitsch nicht alle Behauptungen von Troha, die ihn zu seinen Erklärungen bringen und auch festigt Dr. Michitsch seine Widersprüche nicht mit dokumentierten Tatsachen.

Dr. Michitsch verteidigt seine Erklärungen nur mit persönlichen Beobachtungen und daher kann der Leser diese Widersprüche des Vorsitzenden nicht als historische Tatsachen annehmen.

Da ich mich zu diesen Lesern zähle, werde ich versuchen die Erklärungen von Dr. Michitsch durch dokumentierte Tatsachen in richtige Perspektive zu stellen. Daß diese Perspektive eigentlich das Gegenteil der Erklärung des Vorsitzenden beweisen ist nicht über-raschend für die, die mit den Verteidigungsversuchen der Gottscheer Umsiedlung bekannt sind.

Es finde es notwendig zu erklären was mich, als einem der aus dieser Volksgruppe stammt, zu dieser Gegenübersetzung dem Vor-sitzenden bringt.
Ich bin einer der Gottscheer der die Umsiedlung in 1941 als Junge und junger Mann im vollen Maße miterlebte, und seine Heimat und sein Erbgut dadurch für immer verlor. Wie andere Gottscheer und Volks-deutsche in Ländern die unter den Einfluß des Dritten Reiches kamen, wurden ich und meine Familie Opfer der Einsammlungspolitik von Hitler.

Das Objekt dieser Politik war, die eroberten und angeschlossenen Länder mit Volksdeutschen zu sichern. Das diese Einsammlungs-politik im großen ganzen, auf kräftige ‘Unterstützung’ von Leitern der Einzusammelnden rechnete ist klar jedem der seine Geschichte kennt.

Das war auch der Fall in der Einsammlung der Gottscheer Deutschen. Die ‘Unterstützung’ kam als psychologischer Druck, der die Gottscheer zwang sich für die Umsiedlungsoption zu entscheiden. Der Zwang kam aber nicht von den Italienern oder den Deutschen, wie es Dr. Michitsch erklärt.

Dieser Zwang kam direkt von der damaligen Volksgruppenleitung (VGL) unter dem 25 jährigen Gottscheer und SS Sturmbannführer Wilhelm Lampeter, seiner Gottscheer “Mannschaft” und seinem Propagandaorgan, die damalige Gottscheer Zeitung..

Diese Einsammlung machte uns Heimatlos.

Aber Geschichte kann nicht geändert werden. Ich, wie andere hatten uns mit dem Verlust unserer Heimat in 1941 versöhnt und die Demütigung unsere Stolzes, durch unsere eigene Landsleute, über-standen.

Leider wurde uns ab und zu, in den langen Jahren seit der Aus-weisung aus Jugoslawien in 1945, in der Gottscheer Zeitung “erklärt” welche ‘Andere’ die Schuld an unserem Verlust tragen. Diese “Anderen” waren bis jetzt “die Slowenen die uns durch ihre Assimi-lationsversuche aus unserer Heimat trieben.”

Wir überblickten diese Verschleierung, da wir das Trauma des Verlustes vergessen wollten und die Zukunft uns wieder freundlich zublickte.
Heute vernehmen wir aus der Erklärung des Vorsitzenden der Gottscheer Landsmannschaft, daß er die Hauptschuld der Umsiedlung dem Nationalsozialismus anhängt.
Das ist der Wahrheit näher. Von der freiwilligen “Unterstützung” der VGL ist leider noch immer nichts zu hören.

Im Gegenteil, die Verkündigungen des Vorsitzenden deuten an, daß der Eifer, jede Andeutung einer Schuld von der VGL abzuweisen, und die Schuld noch immer an andere abzuschieben, auf einem höheren Plateau angelangt ist.
Für die Ursache dieses Eifers braucht man nicht ausgedehnt zu forschen. Da kurz nach dem Fall der Ost-West Mauer, der ehemalige SS-Sturmbannführer Wilhelm Lampeter wieder in den führenden Kreisen den heutigen Gottscheer Leitungskreisen auftauchte und am 21. Dezember 1997 sogar zum Ehrenmitglied ernannt wurde, wird die Ursache klar.

Lampeter wohnt in Leipzig wo der ehemalige Nazi und SS Offizier aus einer erhöhten Universitätstellung in der kommunistischen Volksrepublik Deutschland in den Ruhestand überging.

Die Behauptungen von Dr. Michitsch widersprechen den Tatsachen und sind daher eine Verschleierung unserer Geschichte. Ein großer Teil der Schuld unseres Verlustes hängt an der damaligen Leitung der Gottscheer, und die folgenden dokumentierten Tatsachen werden beweisen daß man daher Lampeter und seine Organisation ruhig als Betrüger ihres Volkes bezeichnen kann.
Um meine Widersprüche zu festigen werde ich die Tatsachen, hauptsächlich durch Zitate aus Hans Hermann Frensing’s Buch “Die Umsiedlung der Gottscheer Deutschen; das Ende einer südost-deutschen Volksgruppe”, darlegen. Dieses Buch, die umfangreichste und zuverlässigste Quelle von Tatsachen über den Verlust unserer Heimat, ist ein Band in der Buchreihe der Südostdeutschen Historischen Kommission, herausgegeben in 1970.

Der Drang zu dieser Aufgabe kommt, ironischer weise, auch vom Ansporn des Vorsitzenden Dr. Michitsch, der uns [vor der Wieder-erscheinung von Lampeter] in einer Aufforderung unter dem Titel; “Der Heimat dienen”, , mahnt: … “wir müssen achten daß unsere Geschichte nicht verfälscht wird…”. [GZ, 11/89].

Ich werde beweisen daß die erfolgreiche Umsiedlung der Gottscheer der Vorbereitungsarbeit der damaligen Leitung der Gottscheer unter Lampeter zu verdanken ist. Diese Arbeit diente der Einsammlungs-politik von Hitler und wurde von der jungen Leitung freiwillig angenommen.

Beweis dieser Behauptung ist in der Tatsache das diese, die sich der Überzeugungsgewalt erfolgreich widersetzten, wie auch deren Nachkommen, auch heute noch in unserer Heimat leben.

Ich hoffe daß meine Darlegung, im Sinne der Aufforderung "wir müssen achten daß unsere Geschichte nicht verfälscht wird", vom Leser angenommen wird. Sie ist auch die Hoffnung eines Gottscheers von der oft angewendeten Bezeichnung als Nazi befreit zu werden. Die Mehrheit der Gottscheer hat diesen Wunsch denn sie war doch nicht fähig sich der Überzeugungsmaschine der freiwilligen Dienern der Hitler Einsammlungspolitik zu widersetzen.

In den folgenden Kapiteln werde ich die Behauptungen von Dr. Michitsch einer Prüfung unterwerfen um jede Angabe in ein richtiges Perspektiv zu stellen. Zu diesem benutze ich Zitate der, von Frensing dokumentierten Tatsachen. Diese Behauptungen wurden sorgfältig der April 1998 Ausgabe der Gottscheer Zeitung entnommen und sind wie folgend:

1. “Italien und Deutschland haben am 31. August 1941 in Rom beschlossen, die Deutschen aus der ‘Provinz Ljubljana’ abzusiedeln.”
2. “Es muß aber besonders betont werden, daß den Umsiedlern nicht bekanntgegeben wurde, wohin sie kommen.”
3. “Es wurde von den Italienern als auch von den Deutschen starker Druck auf die Bewohner ausgeübt, der Umsiedlung Folge zu leisten.”
4 “Tatsache ist also, daß die umgesiedelten Gottscheer ohne Schuld ihr Land verloren haben.”
5. “Hätte man den Ansiedlungsort bekanntgegeben, wäre wohl kein Gottscheer umgesiedelt da sie [durch ihre Umsiedlung] die Aussiedlung der Slowenen beurteilten.”
6. “An der Aussiedlung der slowenischen Bürger aus diesem Gebiet trifft daher die Gottscheer keine Schuld.”
7. “Es ist nicht richtig daß die Gottscheer ihre gesamte Habe mitnehmen konnten.”
8. “Die Gottscheer haben auch keine Kredite erhalten, die sie nicht zurückzahlen brauchten; sie erhielten auch keine Aus-stattung.
Das Slowenische ‘Vermögen und Vieh’ gehörte der DAG [Deutsche Ansiedlungs Gesellschaft] ebenso wie alle sonstige bäuerliche Ausstattung. Die Gottscheer waren nur Taglöhner auf ihren zugewiesenen Gütern.”
9 “Die Gottscheer Umsiedler wurden bis heute für ihr zurückgelassenes bewegliches und unbewegliches Vermögen nicht entschädigt. “



3. Prüfung und Widerlegung

Die Prüfung und Widerlegung jedes Punktes folgt dessen Wiederholung. Jede Verarbeitung benutzt Zitate aus Frensing um meine Gegenbehauptung mit dokumentierten Tatsachen zu sichern. Alle Zitate geben am Ende die Seite des Frensing Buches aus welcher das Zitat entzogen wurde, z.B., [F.S.152]
Das Zitat einzelner dokumentierten Tatsachen erklärt leider nicht den wichtigen Hintergrund und Ablauf chronologischer Ereignisse welche die Gottscheer zur Annahme der Aussiedlungsoption führte. Solche Einzelheiten sind völlig in Frensing detailliert.
Aber ich biete dem Leser einen kurzen Überblick dieses Hintergrundes, im ANHANG zu diesem Artikel an. Dieser Überblick beschreibt wie Lampeter sich in 1938 zur Leitung der Volksgruppe erhebte und dadurch in die Lage kam die Gottscheer Landsleute zur Umsiedlung zu zwingen.

1. “Italien und Deutschland haben am 31. August 1941 in Rom beschlossen, die Deutschen aus der ‘Provinz Ljubljana’ ab-zusiedeln.” [M.GZ.4/98]
Tatsache ist: Der Entschluß zur Einsammlung wurde lange vorher durch Hitler gefestigt. Daß die Italiener wenig dazu zu sagen hatten ist reichlich klar aus dem folgenden.

Am 31. August 1941 wurde der Umsiedlungsvertrag in Rom paraphiert. Dazu die Aufzeichnung des Deutschen Delegationsleiters und Gesandten Clodius vom 13. 8. 1941 für Ribbentrop:
“Die sachlichen Verhandlungen verliefen ohne Schwierigkeiten. In zwei Fällen … hat der Duce persönlich eingegriffen und entschieden das den deutschen Wünschen in den wesentlichen Punkten zu entsprechen sei.
Über die Umsiedlung der 15,000 Deutschen aus dem Gottscheer Ländchen wurde eine Vereinbarung getroffen, die in allen wesentlichen Punkten den deutschen Forderungen Entspricht.” [F.,S. 47].
Artikel 1 des Umsiedlungsvertrages zeigt an:
“Die in der Provinz Laibach ansässigen oder dort geborenen und zuständigen Volksdeutschen können in voller Freiheit in das Deutsche Reich abwandern, um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erwerben.
Sie verlieren die Italienische Staatsbürgerschaft in dem Augenblick, in dem sie das Italienische Gebiet verlassen um endgültig abzuwandern.” [F.S.152]
[Den ganze Umsiedlungsvertrag findet man in Frensing an Seite 152]
Es war nicht notwendig in das Reich abzuwandern um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erwerben. Die Gottscheer erwarben die deutsche Bürgerschaft im Durchschleusungszug “Heinrich” der für diesen Zweck und Annahme der Umsiedlungsoption nach Gottschee kam.
Dieser Vertrag geriet am 1. Oktober 1941 endgültig in Kraft; und damit der Einsammlungsbefehl des Führerserlasses vom 7. Oktober 1939. Himmler übernahm Hitlers Aufgabe unter dem Titel:
“Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums”. [RKFVD]
“Und im Frühjahr 1940 schien sich folgendes Programm ab-zuzeichnen: Aus den an das Reich angeschlossenen Gebieten war die, als nicht deutsch eingestufte, Bevölkerung auszusiedeln und als ‘fremdvölkisch‘ entweder zur Arbeit ins ‘Altreich zu verbringen oder ins ‘Generalgouvernement’ abzuschieben. Volksdeutsche, deren kulturelle Autonomie nicht gesichert werden konnte, waren aus ihrer Heimat in die eingegliederten Ostgaue umzusiedeln.” [F.S.28]
Daß obig Zitierte gibt Beweis das der Gottscheer Umsiedlungs-vertrag von 31. August 1941 nur die letzte Formalität der Ein-sammlungspolitik von Hitler verzeichnet.
“Wie bei anderen deutschen Volksgruppen entschied letztlich über das Schicksal der Gottscheer der Primat der Hitlerischen Aussenpolitik.” [F.S.27]
Die Erklärung von Michitsch in Punkt 1 gibt den Eindruck, die Italiener und die Deutschen hatten eine Unterredung bei welcher entschlossen wurde die Gottscheer Auszusiedeln.
Daß die Italiener wenig an dem Aussiedlungsentschluß und der Umsiedlung durch den Einsammlungsbefehl des Führerserlasses zu sagen hatten ist aus der Aufzeichnung vom Botschafters Clodius reichlich klar.

2 “Es muß aber besonders betont werden, daß den Umsiedlern nicht bekanntgegeben wurde, wohin sie kommen.” [M.GZ.4/98]
Tatsache ist: Der Ansiedlungsort wurde, auf Bestreben von Lampeter, der Bevölkerung verheimlicht. Der Ort wurde erst nach der Optierung veröffentlicht, also wenn es nicht mehr möglich war sich gegen die Umsiedlung zu entscheiden.

Der Befehl zur Umsiedlung kam direkt von Hitler. Lampeter berichtet über den Empfang der Gottscheer am 26. April 1941:
“… Bei seinem Besuch in dem befreiten Marburg wurden dem Führer auch die Vertreter der Gottscheer Volksgruppe vorgestellt. Der Führer bestätigte den Gottscheern die von Reichsführer SS bereits am 20. April gemachte Mitteilung über das zukünftige Schicksal der Volksgruppe.” [F.S 26]

Gleichzeitig wurde der Sawe-Sotla Streifen:
….”den Gottscheern als künftige Heimat zugewiesen”… [F.S.48]. Auch gab ..”Hitler der Volksgruppenführung das Recht auf ‘Selbstauslese.” [F.S.62]
Die Leitung wurde auch gleichzeitig nach Berlin eingeladen (Schober, Lampeter und Sturm) um die Einzelheiten des Führerbefehles auszuarbeiten.
“Am 14. Mai 1941 trafen drei Angehörige der Volksgruppen-führung Gottschee in Berlin ein. Mit dem zuständigen Referenten, Dr. Stier, besprachen sie die Modalitäten der Umsiedlung, vor allen die Vorarbeiten, die von der Volksgruppenführung ausgeführt werden sollten.” [F.S.35,36].
Nach “W. Lampeter, Gedächtnisschrift, 9.2.1942”:
“Verhandelt wurde mit SS-Brigadeführer Greifelt und den einzelnen Dienststellenleiter des Reichskommissariats. Besprochen wurden die Vorarbeiten, die die Volksgruppen-führung für die bevorstehende Umsiedlung durchzuführen hatte.” [F.S.64]
Die Volksgruppenführung drängte auf eine “.. möglichst baldige Umsiedlung ..”
“Außerdem suchte die VGF die Gottscheer Bevölkerung, die der italienischen Volkstumspolitik grundsätzlich sehr kritisch, und seit dem Einzug der Besatzungstruppen geradezu mißtrauisch überstand, auch unter Ausnutzung dieser Haltung durch eine schnelle Umsiedlung zu überrumpeln.” [F.S.64]
Von besonderem Interesse an einer “taktischen Generallinie” der VGF ist der Bericht vom Leiter der Umdiedlungsstellen, SS-Obersturmbannführer Dr. Stier:

“Belastend für die Stimmung wirkte insbesondere, daß von der Volksgrupenführung auf Bestreben des Mannschafts-führers Lampeter das neue Siedlungsgebiet geheimgehalten wurde. Der Mannschaftsführer erklärte mir, er könne das neue Siedlungsgebiet nicht bekanntgeben, denn ein großer Teil der Gottscheer kenne dieses Gebiet und wisse, daß die Höfe und Häuser dort in einem sehr schlechten Zustande waren.
Auf mein Verhalten daß Enttäuschung schlimmer wäre als aufrichtige Erklärung der Zustande, meinte er, daß es zur Aufklärung noch immer Zeit sei nachdem die Option abgeschlossen sei.
Auch die Tatsache, daß die Unterbringung eine Einstweilige und eine Neuplanung und ein Neuaufbau des Siedlungs-gebietes vorgesehen ist, wollte der Mannschaftsführer nicht den Gottscheern bekanntgeben da er eine Beunruhigung der Bevölkerung durch die Darlegungen befürchtete.” [F.S. 94]

Eine gründliche Beschreibung der “taktischen Generallinie” der Gruppenführung unter Lampeter findet man in Frensing unter “Vor-bereitung der Volksgruppenführung für die Umsiedlung”. Ein kurzer Auszug ist wichtig zum Hintergrund:
“Sowohl der Umsiedlungsbeschluss als auch das An-siedlungsgebiet wurde der Bevölkerung nicht mitgeteilt. Damit wird die taktische Generallinie, nach der die Volksgruppenführung vorgehen wollte, klar:

Zunächst einmal soll die Bevölkerung optieren, erst dann - wenn es kein Zurück mehr gibt - will man den Bauern das Ansiedlungsgebiet bekanntgeben.
Dieses Manöver wurde von vielen Gottscheern als Überrumpelung betrachtet und dementsprechend bewertet, jedoch zu einem Zeitpunkt, zu dem diese Einstellung den Plänen der Volksgruppenführung nicht mehr gefährlich werden konnte.” [F.S. 62].

3 “Es wurde von den Italienern als auch von den Deutschen starker Druck auf die Bewohner ausgeübt, der Umsiedlung Folge zu leisten.” [M.GZ.4/98]
Tatsache ist: Der Druck und Zwang kam von Lampeter und seiner VGL als Teil der Vorbereitungsarbeit.
Die VGL übernahm diese Aufgabe freiwillig im SS Hauptquartier in Berlin in Mai 1941. [Sehe die Zitate in Punkt 2].
Sie verlangten Unterstützung von den italienischen Besatzern nur wenn es nötig war Widerstände von der Bevölkerung zu überwinden.
Wie unter Punkt 2 erklärt, Frensing gibt Beweis das die Gottscheer Leitung den Umsiedlungsbeschluss, als auch das Ansiedlungsgebiet der Bevölkerung zunächst nicht mitgeteilte. Diese Verheimlichung war daher die Ursache zur Beunruhigung unter den Gottscheern.
“…Der Volksgruppe wurde das konkrete Ergebnis der Marburger Begegnung mit Hitler vorerst verschwiegen; nur in allgemeinen Wendungen suchte man die Bevölkerung zu beschwichtigen.
Gleichzeitig wurden in der Gottscheer Zeitung die Gottscheer, die sich über die Ungewißheit beunruhigt zeigten, scharf angegriffen.” [F.S. 62].
Als Beispiel eines solcher Angriffe zitiert Frensing einen Auszug aus der Gottscheer Zeitung; (Nr.18, Jg. 38, 1.5. 1941):

“Mögen sich doch diese Miesmacher gesagt haben lassen: Die Zukunft wird in kürzester Zeit belehren daß sie Volksschädlinge sind und das diese Zukunft keinen Platz für solche Volksschädlinge kennt als das Konzentrationslager.” [F.S.62]

Solche und ähnliche Angriffe wurden in den Monaten, bis zum Abschluß der Optionfrist reichlich vom Lampeter, seinen intimen Mit-arbeitern, seinen Sturmführern und Stürmern und der Gottscheer Zeitung ausgeübt um die Volksgruppe zur Umsiedlungs zu zwingen.
Frensing berichtet über diese Angriffe in den folgenden Kapiteln seines Buches:
Vorbereitungen der Volksgruppenführung für die Umsiedlung : (Seite 62)
1. Die ersten grundlegenden Maßnahmen
2. Die Schulung der Mannschaft
3. Die Bekämpfung der “Gerüchte” und die Umdeutung des bisherigen Heimatbegriffs.
Die Opposition der Volksgruppe: (Seite 78)
1. Die Opposition aus den Reihen der Geistlichkeit
2. Die Opposition von seiten der Bürger
3. Die Opposition der Bauern aus dem “Hinterlande”
Auch zitiert Frensing einen Bericht von Dr. Viktor Michitsch, datiert 15. 7. 1965:
“Mein Vater, Georg Michitsch, Göttenitz, hatte Ende September/Anfang Oktober 1941 eine Gegencampagne gestartet. Es fanden sich mehrere Männer, unter anderen [der bereits verstorbene] Pfarrer Joseph Gliebe bereit, der Umsiedlung Widerstand entgegenzusetzen.
Es wurden in den Ortschaften Göttenitz, Rieg und Masern Unterschriften gesammelt und eine Eingabe an den deutschen Konsul in Laibach gerichtet. Dabei wurde hingewiesen daß die Umsiedlung während des Krieges unterbleiben soll.
Dies habe dann eine mächtige Hetze gegen die Männer der Gegenströmung ausgelöst. Tatsächlich wurden die Leute so eingeschüchtert daß die Aktion keinen Erfolg hatte….
Den Leuten wurde gedroht, man [die Italiener] würde sie nach Süditalien oder gar Abessinien verbringen wenn sie der Umsiedlung nicht Folge leisten…” [F.S.84]

Die Schilderung von Michitsch ist eine von vielen die den Druck und die Gewalt der Gottscheer Leitung beschreiben. Pfarrer Gliebe war mein Lehrer (und ein guter Freund meines Vaters) der sein Volk und seine Heimat unverschämt liebte und in der Umsiedlung das Ende beider voraussah. Er nannte daher, wie die anderen Geistlichen, die jungen Leiter als “Rotzbuben” daß den folgenden Standpunkt der VGF hervorbrachte:
“ Der ‘Katholizismus’ wird im inneren Führungskreis als ‘universalistische Weltanschauung’ behandelt die ausgerottet werden muß.” [F.S.86]
Auch ich erinnere mich an die Drohungen und die Gewalt. Ich kenne Mimi Morre, eine Schulfreundin meiner Schwester die mit ihrem Mann und erwachsenen Kindern noch immer in meinem Heimatort Masern wohnt. Sie schilderte graphisch die Ausübung der Überzeugungsgewalt des Sturmführers Franz Jacklitsch auf die Antwort ihrer Mutter; “meine Heimat ist hier”.
Er brüllte “Sie verweigern Ihre Deutsche Abstammung" und schlug sie so hart ins Gesicht daß sie, blutend aus Nase und Ohr, niederfiel.
In seinem Vortrag “Der Heimat dienen” im Sommer 1989, Dr. Michitsch erklärt seinen Hörern:
“Die Art und Weise, wie man die Umsiedlung dem Gottscheer beigebracht hat, war falsch.
Man hat zunächst den Ansiedlungsort bis zuletzt geheimgehalten.
Man hat das Gebiet als eine Gegend dargestellt in welcher Milch und Honig fließen. Man hat aber auch - und daß ist für mich unbegreiflich - in der eigenen Volksgruppe eine Art Ausleseverfahren eingeleitet.
Wenn man das heute liest lauft es einem noch kalt über den Rücken…. . Und diese Empfehlungen kamen von der eigenen Volksgruppe! ” [GZ, 11/89]

Heute erklärt uns Dr. Michitsch, der Druck an die Bevölkerung kam von den Italienern als auch von den Deutschen. Das der Druck von der VGL kam ist nicht mehr zu hören.
Tatsache ist, der Druck wurde durch den Einsammlungsbefehl angeordnet aber von Lampeter, seiner VGL und der Gottscheer Zeitung an die Bevölkerung angebracht. Es waren doch keine Deutsche in Gottschee, denn das Land war von den Italienern besetzt. Und auch die Italiener sprachen kein Gottscheerisch und nur wenige sprachen Deutsch.
Es scheint, die Ursache für diese Änderung und Verschleierung der Wirklichkeit findet man in der Tatsache das Lampeter und Mitglieder seiner damaligen Führung wieder in Gottscheer Leitungskreisen wirken und sogar zu ‘Kulturreferenten’ und “Ehrenmitgliedern” erhoben wurden.

4. “Tatsache ist also, daß die umgesiedelten Gottscheer ohne Schuld ihr Land verloren haben.” [M.GZ.4/98]
Richtig aber ist: Die Mehrheit der Gottscheer ist schuldlos am Verlust ihres Eigentums und ihrer Heimat da sie wehrlos gegenüber der Macht der Überzeugungsmaschine stand. Lampeter und seine VGL darf aber nicht zu dieser Mehrheit gezählt werden.

Dr. Michitsch benutzt Punkt 4 als Schlußerklärung;
‘da der Ansiedlungsort nicht bekanntgegeben wurde’, und
‘da starker Druck von Italienern und Deutschen ausgeübt wurde’,
‘haben die Gottscheer ohne Schuld ihr Land verloren’.
Aber es war Lampeter und seine VGL die den Ansiedlungsort verheimlichten! Aber es war Lampeter, seine VGL und die Gottscheer Zeitung die die Bevölkerung zur Annahme der Umsiedlungsoption zwang!
Die Mehrheit der Gottscheer ist daher schuldlos an ihren Schicksal.
Daß man aber eine Schuld an Lampeter, seinen intimen Mitarbeitern, seiner Gottscheer Mannschaft und seinem Propaganda-organ anhängen kann ist in der folgenden Behauptung des Leiters der Umdiedlungsstelle, SS-Obersturmbannführer Dr. Stier, gefestigt:
“Dr. Stier unterstreicht auch die wichtige Rolle der Mannschaftsführung unter Lampeter während der Um-siedlungsvorbereitungen, ohne die eine geordnete Aus-siedlung aus der Gottschee nicht hätte stattfinden können.” [F.S.141]

5. “Hätte man den Ansiedlungsort bekanntgegeben, wäre wohl kein Gottscheer umgesiedelt da sie [durch ihre Umsiedlung] die Aussiedlung der Slowenen beurteilten.” [M.GZ.4/98]
6. “An der Aussiedlung der slowenischen Bürger aus diesem Gebiet trifft daher die Gottscheer keine Schuld.” [M.GZ.4/98]

In Punkt 5, Dr. Michitsch erklärt nicht daß den Gottscheern, nur auf Bestreben von Lampeter, der Ansiedlungsort verheimlicht wurde. Seine Nachbetrachtung deutet sogar an, die Umsiedlung wäre gescheitert hatte Lampeter den Ansiedlungsort bekannt gegeben.
In Punkt 6, Dr. Michitsch verheimlicht, wieder, den Unterschied zwischen den Ermöglichern und deren Opfern. Seine Nachbetrachtung deutet daher an, das Lampeter und seine VGL die Vertreibung der Slowenen beurteilten.
Mit Hilfe von Nachbetrachtung kann man beweisen, Lampeter und seine VGL tragen Schuld an der Vertreibung der Slowenen. Das sieht man aus dem Folgenden:
 Ohne “Vorbereitung” durch Lampeter hätte die Umsiedlung nicht stattfinden können. Die Behauptung von Dr. Stier ist zeigt das an.
 Ohne Umsiedlung der Gottscheer hätte man die Slowenen nicht ausgesiedelt. Daß ist klar aus Frensing’s Kapitel “Die Aussiedlung der Slowenen” welches zeigt das der Befehl zur Ausweisung der Slowenen gegeben wurde erst als die Umsiedlung gesichert war.
Der Befehl zur Aussiedlung der Slovenen wurde am 18. Oktober, 1941 als “Anordnung 53/I, Staatsamt Himmler” ausgegeben. [F.S.56].
“Im Eiltempo begann die Aussiedlung der Slowenen parallel zur Umsiedlung der Gottscheer” [F.S.59]. Der erste Zug mit Umsiedlern fuhr am 14. November, 1941 ab.
Es ist auch passend zu betonen daß die Umsiedlung der Süd-Tiroler Deutschen scheiterte da es an einer vergleichbaren Selbstvorbereitung in Alto Adige fehlte. [Sehe Karl Stuhlpfarrer; “Die Umsiedlung der Südtiroler und die Slowenen”].

7. “Es ist nicht richtig daß die Gottscheer ihre gesamte Habe mitnehmen konnten.” [M.GZ.4/98]
Dr. Michitsch lehnt ab, die Behauptung von Troha, daß die ab-reisenden Gottscheer alles in ihre neue Heimat mitnehmen konnten. Der Widerspruch erklärt ferner: “Es blieben sowohl Vieh als auch Mobiliar und Gerätschaften in Gottschee zurück.” [M.GZ.4/98]
Tatsache ist, die Aussiedler hatten das Recht nach Artikel 6, des Gottscheer Umsiedlungsvertrages:
“….ihre bewegliche Habe, frei von fiskalischen Lasten, mitzunehmen. Zu den mitzunehmenden Gegenständen gehören auch das für die persönliche Arbeit des Umsiedlers erforderliche Acker und Wirtschaftsgeräte, sowie ein Drittel des Viehbestandes, mindestens aber ein Stück.” [F.S.152]
Sehe auch “Transportberichte” an Seite 160 im Anhang des Frensing Buches.
Ich sehe noch Heute den Eifer meines Vaters jedes Stück seiner Habe vorsichtig für den Transport zu sichern. Verpackt wurde jedes Möbelstück, jedes Bauernwirtschaftsgerät, jedes Werkzeugstück und jeder Artikel in seiner Tischlerwerkstatt.
Das Geflügel wurde vor der Abfahrt in Gitterkasten eingesammelt und jedes Schwein kam in seine eigene Holzkiste in welcher es sich niederlegen aber sonst nicht bewegen konnte.
Das Großvieh wurde in die Lastwagen eingeführt und am Bahnhof sorgfältig in die Waggons eingeladen. Alles kam mit und glücklich im Ansiedlungsgebiete an.
Artikel 6 des Umsiedlungsvertrages zeigt, die Aussiedler konnten ihre bewegliche Habe mitnehmen. Dieser Artikel und die Mühe meines Vaters widersprechen völlig die Erklärung von Dr. Michitsch und beweisen das Gegenteil dieser Behauptung..

8. “Die Gottscheer haben auch keine Kredite erhalten, die sie nicht zurückzahlen brauchten; sie erhielten auch keine Ausstattung. Das Slowenische ‘Vermögen und Vieh’ gehörte der DAG [Deutsche Ansiedlungs Gesellschaft] ebenso wie alle sonstige bäuerliche Ausstattung. Die Gottscheer waren nur Tagelöhner auf ihren zugewiesenen Gütern”. [M.GZ.4/98]
Tatsache ist: Dieser Abstreit ist logischer Weise sinnlos und sachlich widersteht er den Tatsachen über welche ich, als einer der das miterlebte, berichten kann.

Die slowenische Bevölkerung im Ansiedlungsgebiet wurde plötzlich und zwangsweise aus ihrem Lande vertrieben. Diese Bevölkerung hatte keine Möglichkeit irgend etwas von ihrer Habe mitzunehmen, und überhaupt nicht die Bauernausstattung und das Vieh. Alles blieb für die Ansiedler.
Die Gottscheer waren, in ihrem Gottscheer Heimatlande, Waldbesitzer mit beschränkter Fläche pflugbaren Landes, die kaum genügte eine Familie zu versorgen.
Als solche hatten sie nicht die notwendigen Geräte die vielfach vergrößerten pflugbaren Flächen die ihnen im Ansiedlungslande zugeteilt wurden wirtschaftlich zu bearbeiten.
Die DAG [Deutsche Ansiedlung Gesellschaft] fand es daher notwendig diese Neubauern mit modernen Maschinen (die auch die vorigen Besitzer nicht besaßen), und auch mit dem nötigen Zugvieh, zu versorgend.
Ich finde daher die Verneigung der Tatsachen und auch die Erklärung von Dr. Michitsch das all Vermögen und die zugewiesenen Güter der DAG gehörten, sowie seine Behauptung, die Gottscheer waren nur Tagelöhner auf diesen zugewiesenen Gütern, einer Verschleierung dienend.
Von allen was man den Deutschen der damaligen Überzeugung anhängen kann, eines ist sicher. Sie waren ihren deutschen Bluts-brüdern treu und hatten keineswegs die Absicht die neu ein-gesammelten Bürger des Dritten Reiches zu versklaven.
Meinem Vater, Eigentümer von 21 Hektaren in der Gottscheer Heimat, von welchen über 18 Ha. aus Wald bestanden, wurden 24 Ha. im Ansiedlungsgebiet zugewiesen. Der neue Besitz bestand völlig aus Ackern, Wiesen und Weingarten.
Um diesen neuen Besitz richtig auszuarbeiten erhielt er von der DAG moderne Geräte und Vieh unbedingt notwendig für die wirtschaftliche Ausbeutung der des fruchtbaren Landes.
Auch wurden meinem Vater Zwangsarbeiter zugewiesen [wie auch anderen Bauern im Dorfe] um den großen Hof richtig auszubeuten. Wir hatten, ab und zu, zwei bis vier solche die zusammen mit den anderen in einer Kaserne quartiert waren die von der DAG für diesen Zweck erbaut wurde. Die meisten von diesen Zwangsarbeitern waren Slowenen aus Richtung Maribor, obwohl auch einige Bessaraber unter ihnen waren.
Das Dorf erhielt für gemeinsame Benutzung, u. a., eine moderne Dreschmaschine, zusammen mit dem nötigen Dampfmotor, um die Ernte effektiv zu verarbeiten.
Auch erhielt das Dorf einen Destillierapparat dessen Produkte den eingesammelten Reichsdeutschen die hoffnungslose Lage, wenn auch nur für kurze Momente, erleichterte.
Auch im diesem Kernpunkt widersprechen die Tatsachen der Erklärung von Dr. Michitsch. Die Eingesammelten wurden auf jede Weise von der DAG unterstützt.

9. “Die Gottscheer Umsiedler wurden bis heute für ihr zurückgelassenes bewegliches und unbewegliches Vermögen nicht entschädigt.” [M.GZ.4/98]
Tatsache ist: Auch in diesem Punkte widersprechen die dokumentierten Tatsachen der Behauptung des Vorsitzenden. Die Gottscheer Umsiedler wurden von der Bundesrepublik West Deutschland durch das Reparationsschädengesetz - RepG, [31.7.1973], für ihr unbewegliches Vermögen entschädigt.

Die Auszahlung dieser Entschädigung an meinen Vater kam, dementsprechend, vom Ausgleichsamt Bremen durch die Bremer Landesbank am 18. Dezember, 1973, in unsere Hände.
Das Bewegliche, das in der 1941 Umsiedlung mit uns kam sowie die Ausstattung von der DAG, blieb in der “neuen Heimat”. Wir wurden von dort in 1945, von den befreienden Jugoslawen, als Mitglieder des Feindes vertrieben. Dieses Bewegliche das dort verblieb ist leider nur eine unangemessene Entschädigung an Die, die durch unsere “Option” leiden mußten.



4. Schlußbetrachtung

Die Prüfung der von Dr. Michitsch angegebenen neun Punkte über die Umsiedlung der Gottscheer, widerlegt nicht nur seine Behauptungen sondern beweist sogar das Gegenteil.
Die einzig mögliche Schlußfolgerung für diese Verzerrung findet man in dem Auftauchen, in den heutigen Gottscheer Leitungskreisen, deren, die der Einsammlungspolitik von Hitler dienten und die Gottscheer Umsiedlung ermöglichten. Das gibt dem logischen Beobachter den Grund zu bemerken das der Appell von 1989; Der Heimat dienen”,, … “wir müssen achten daß unsere Geschichte nicht verfälscht wird…”. durch deren Einfluß dem Winde übergeben wurde.
Wie in der Einleitung beobachtet, die Gültigkeit der Behauptungen der Dr. Michitsch Punkte werden von den, durch Frensing dokumentierten Tatsachen widersprochen.
Frensing forschte nach den Tatsachen der Umsiedlung in den sechziger Jahren und veröffentlichte seine Feststellungen in 1970. Er wurde zu dem von der Sudostdeutschen Historischen Kommission, eine völlig unparteiische Organisation, beauftragt
Dieses Werk ist, ohne Zweifel, die höchst richtige und gründliche Festigung der Tatsachen über die Umsiedlung, gegen welche unrichtige Behauptungen, überhaupt von Verteidigern sich nicht widersetzen können.
Die VGL unter Lampeter war der Einsammlungspolitik von Hitler nicht nur behilflich; sie ermöglichte die Umsiedlung wie Dr. Stier, der Leiter der Umsiedlungsstellen es in seinem Bericht behauptet. Die Ermöglichung gelang durch Lügen an ihre Landsleute und durch Anwendung von Zwang um sie zur Annahme der Option zu bringen.
Die Größe dieser Schandtat ist klein im Vergleich zu der enormen Schandtat der VGL die das Erbgut des Gottscheer Volkes der Einsammlungspolitik von Hitler auslieferte.
Das ist offenbar aus dem Folgenden:

Diese Einsammlungspolitik verlangte eine vollkommene Austilgung der Begriffe der Gottscheer als ethnische Volksgruppe nach Ansiedlung im Reich wie man es aus dem Folgenden entnehmen kann.

Die Ideologie der Einsammlungspolitik wurde von SS-Obersturm-bannführer Dr. Fähnrich, Leiter der Hauptabteilung I, in der RKFDV, [Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums], als “Menscheneinsatz” formuliert und ist in Frensing an Seite 145 im Paragraph 5 zu finden:

“Mit der Hereinnahme einer Volksgruppe in das Reich hört die frühere Volksgruppenführung auf zu bestehen, denn über der Volksgruppe steht das Reich.
“Die Begriffe der Balkandeutschen, des Wolhynien- und Bessarabiendeutschen [Gottscheer]usw., müssen in vielmehr kürzester Frist ausgetilgt sein”

Frensing endet seine Schlußbetrachtung an Seite 145 mit dem folgenden:
“Entscheidend für die Vernichtung der Existenz der Volksgruppen war die kategorische Forderung nach “organischer Einfügung”, d. h., nach Auflösung der bisherigen Volksgruppenorganisationen; ...die Ausmerzung der “Begriffe der Baltendeutschen,.…in kürzester Frist.” [F.S.146]
“Daher war eigentlich der Untergang der Gottscheer als Volksgruppe bereits besiegelt, bevor über sie die Katastrophe des Jahres 1945 hereinbrach, die auch sie aus ihrer ‘neuen Heimat’ vertrieb.” [F.S.151]
Das beigelegte Schreiben [31.10.41] des Chefs des Staatshauptsamtes in Berlin, SS-Gruppenführer Greifeld an SS-Sturmbannführer LaForce zeigt das Ende der Gottscheer als Volksgruppe deutlich an:
“Nach Ansiedlung der Gottscheer in der Untersteiermark bitte ich darauf zu achten, daß damit das bestehen der Volksgruppe als solche aufzuhören hat und die Gottscheer sich bedingungslos in die Steiermark und damit in das Gesamtdeutschtum einzufügen haben.”
Also die Tatsachen zeigen, die Gottscheer Leitung unter Lampeter war der Einsammlungspolitik von Hitler nicht nur behilflich sondern machte diese Einsammlung möglich. Diese Einsammlung, von dieser Leitung als "Heimführung" bezeichnet, war die Ursache einer Ethnischen Reinigung von 37,000 Slowenen (um für die Gottscheer Platz zu machen) und von welchen nur die Hälfte die folgenden vier Jahre als Zwangsarbeiter im Reich überlebten. Diese "Heimführung", brachte uns, den vertrauensvollen Gottscheern, die Heimatlosigkeit.
Die Tatsachen zeigen ferner, die Gottscheer Leitung unter Lampeter war in der von Hitler angeordneten Einsammlung nicht nur behilflich, sondern wirkte, durch Ermöglichung dieser Tat in der Auslöschung der Gottscheer als Ethnische Gruppe.
Das Obige leitet zu der folgenden Beobachtung und Abschluß:

Da Lampeter und seine intime Mitarbeiter mit den Klauseln des “Menscheneinsatzes” bekannt waren, und wußten, daß durch die Umsiedlung die Identität der Gottscheer als Volksgruppe aufzuhören hatte, kann man diese Gottscheer ruhig als Betrüger des Gottscheer Volkstums bezeichnen.



5. Und nach 57 Jahren

Es ist offenbar das Dr. Michitsch, Vorsitzender der Gottscheer Landsmannschaft in Klagenfurt und Geschäftsleiter der Gottscheer Arbeitsgemeinschaft aller Landsmannschaften der Welt, es versucht, eine kollektive Schuld für die Umsiedlung von den Gottscheern abzuweisen.
Dieser Versuch wird scheitern solange er zu der wehrlosen Mehrheit der Gottscheer auch den ehemaligen SS-Sturmbannführer und seine VGL zählt.
Mit der Verheimlichung der Taten von Lampeter und der VGL, Dr. Michitsch versucht das Licht von den Ermöglichern abzulenken aber leider auf die Kosten des ganzen Gottscheer Volkes. Solange sich diese Ermöglicher in den Reihen der Mehrheit der Gottscheer befinden werden wir nicht von der Bezeichnung als Nazis befreit.
Die Tatsachen zeigen der durchschnittliche Gottscheer ist schuldlos am Verlust seiner Heimat denn er war doch wehrlos gegenüber der leistungsfähigen Organisation der Vorbereitungs-maschine von Lampeter.
Wie es Dr. Stier behauptet: “….ohne die, eine geordnete Aussiedlung aus der Gottschee nicht hätte stattfinden können”.
Die Januar 1990 Ausgabe der GZ berichtet über die Kultur-arbeitstagung der Gottscheer Landsmannschaften, die Mitte Oktober 1989 in München stattfand. Die Zeitung gibt bekannt:
“Das Erscheinen von Prof. Dr. Wilhelm Lampeter am Sonntag vormittag [15. Oktober, 1989] bereicherte die Tagung.” Er bedankte sich mit bewegten Worten für die Einladung und herzliche Aufnahme, er hatte auch Gelegenheit, ehemalige Weggefährten und Freunde nach über 40 Jahren wieder-zusehen.” [GZ 1.1989]
An dieser Tagung wurde Lampeter auch ein Festabzeichen übergeben.
Zu dieser “Einladung” kam die Mehrheit der Leitung der heutigen Gottscheer Landsmannschaften in Deutschland und Österreich sowie auch der Vorsitzende Dr. Viktor Michitsch. (Photo der Anwesenden wurde von der GZ veröffentlicht [GZ, 1.1989] und ist beiliegend).
Anwesende Kameraden und ehemalige Mitarbeiter von Lampeter waren:
Richard Lackner, Stabsführer von Lampeter und
Ludwig Kren, Redaktionsmitarbeiter in der Gottscheer Zeitung unter Lampeters Herrschaft.
Beide von diesen Herren waren, auch zu dieser Zeit schon Ehrenmitglieder und Ehrenringträger in der Gottscheer Landsmann-schaft.
Die anderen Kameraden der Lampeter Leitung; Joseph Schober, Alfred Busbach, Herbert Erker, Martin Sturm und Johann Schemitsch lebten damals nicht mehr.
Die “Einladung” kam kurz nach dem Fall der Ost-West Mauer. Der Fall der Mauer machte es dem ehemaligen SS-Sturmbannführer möglich wieder in die westlichen Leitungskreise der Gottscheer einzutreten.
Kurz danach wurde Lampeter als Mitglied in den Kreis der “Kulturreferenten” eingereiht. [letzte Wiederwahl war Pfingsten 1997].
Die anderen dieses Kreises sind;
Richard Lackner, Stabsleiter unter Lampeter,
Ludwig Kren, Mitarbeiter in der Redaktion der GZ unter Lampeter,
Maria Lackner-Kundegraber [Gattin von Lackner].
Auch wurde Lampeter am 21. Dezember 1997 zum “Ehrenmitglied” der Gottscheer Landsmannschaft ernannt. [GZ.2/98]
Ob die offenbare Meinungsänderung des Vorsitzenden dieser Wiederkehr zu verdanken ist kann der Leser selbst entscheiden.
In den zehn Jahren seit der ‘Einladung’, wurde die politische Aktivität der Gottscheer Arbeitsgemeinschaft in Klagenfurt auf ein erhöhtes Plateau einstellt. Daher ist nicht überraschend daß die Methoden, die in diesen politischen Aktivitäten benutzt werden, uns an einen nicht unbekannten Stil erinnern.
Das ist aus zwei Beispielen zu entnehmen:
1. Die Mühen der Arbeitsgemeinschaft, die deutsche wie österreichische Regierung zu überzeugen das sie es versuchen den Eintritt von Slowenien in die EU Gemeinschaft zu verhindern bis:
a. die Gottscheer Umsiedler in das Slowenische Reparationsgesetz eingenommen und dadurch für ihren Verlust entschädigt werden.
b. die Gottscheer Altsiedler Gruppe [Nachfolger deren die sich der Umsiedlung in 1941 widersetzten, weniger als 100 Personen] von Slowenien als Minderheit erklärt wird.
Das diese Bedingungstaktik in beiden Fallen bisher keinen Erfolg brachte ist nicht überraschend. Die damals erlernten Methoden werden heutzutage nicht mehr toleriert.
Die Forderung in (1a) ist sinnlos da wir Gottscheer Umsiedler schon durch das Reparationsschädengesetz - RepG, entschädigt wurden. Es ist doch nicht Slowenien das uns in 1941 zwang unsere Gottscheer Heimat zu verlassen.
Die Forderung in (1b) ist auch sinnlos wie es Helmut Schäfer, Staatsminister in Bonn in seinem Schreiben von 30. Juni, 1995 an die Gottscheer Landsmannschaft andeutet:
“Slowenien ist heute ein demokratischer, nach Europa orientierter Staat. Deshalb sollten die von Ihnen erwähnten Gottscheer Vereine auch ohne Minderheitenstatus in der Lage sein, in Slowenien ihre Traditionen und ihr Brauchtum zu pflegen.”
In Österreich, diese Forderungsversuche der Landsmannschaft gelangten, durch Eingriff der extrem rechten Freiheitspartei von Jörg Haider, bis in das Parlament wo sie als Bedingungstaktik erkannt wurden.
Es ist daher offenbar das die Forderung auf Minderheitstatus mit den größeren Zielen der Freiheitspartei verknüpft ist.

2 Der krasse und illegale Versuch die legitime Leitung der Gedenkstätte Organisation in 1997 an sich zu reißen.
Die ‘Gedenkstätte Organisation’ in Graz, wurde von denen Gottscheern gegründet [1966] die sich der erneuten Politisierung der Gottscheer Leitung in Klagenfurt weigerten.
Die Leiter der ‘Gedenkstätte Organisation’ kamen aus den Reihen der Städter die es versuchten ihre Umsiedlungsoption im Jänner 1942 zurückzuziehen.
Das Schisma von 1966 entstand wenn 2/3 der weltzerstreuten Gottscheer sich der ‘Gedenkstätte Organisation’ anschloß und sich auch heute noch als Mitglieder bezeichnen. Diese 2/3 der Zerstreuten widersetzen sich noch immer der erneuten Politisierung der Gottscheer und haben daher mit der Klagenfurt Arbeitsgemeinschaft nichts tu tun. Dieser Versuch, in der Gedenkstätte Zeitung [J./F.1998] geschildert scheiterte, da eine gesetzliche Basis dafür nicht vorhanden war.
Der Leiter dieses Versuches, nach Angabe in der Gedenkstätte Zeitung, war ein Mitarbeiter und Freund von Lampeter: “Ludwig Kren.”
Die Methode dieses Versuches, erinnert uns an den Ausdruck von Herrmann Ullmann über die Machtergreifung im Reich; “..man schlich sich ein…” [F.S:16]
Man erkennt in den Methoden der Gottscheer Landsmannschaften die Taktik die einmal Erfolg brachte aber heute nur als Schlußaktivität der Alten betrachtet werden kann. Ein Mandat für diese Methoden existiert nicht.
Die Erneuerung der ehemaligen politischen Orientierung und Ausübung deren Methoden ist nur unter dem Mantel der “Kultur” möglich.
Dieser Mantel verschleiert nicht nur den Einfluß der ‘Kulturreferenten’, sondern auch die Verbindung der Arbeits-gemeinschaft mit extrem rechten Parteien, welche diese albernen Forderungen für eigene Zwecke ausbeuten.
Dr. Michitsch behauptet in einem Schreiben:
“Die Gottscheer Landsmannschaft in Klagenfurt ist eine unpolitische Organization”. “Wir treiben auch keine Politik”
Aber in der Sept./Okt. 1995 Ausgabe der Gottscheer Zeitung ist geschrieben:
“Und August Gril übernahm fur den Verein Gottscheer Altsiedler eine Spende einer österreichischen Partei, die von der Gottscheer Landsmannschaft in Klagenfurt treuhändisch verwaltet wird.”
Die Mehrheit der Gottscheer, in alle Welt zerstreut, hat, außer einzelnen Anhängern, kein Interesse die politische Orientierung dieser Alten zu unterstützen und zu fördern.
Daher ist klar daß man die angebrachten Bedingungsmethoden nur als Versuch, an einer immer dünneren Mitgliedschaft anzuhalten, ansehen kann.
Die neue Generation, und auch die Mehrheit von uns die das Trauma des Betruges miterlebten, wollen uns von dieser Orientierung und deren Aposteln für immer befreien.
Um dieses Ziel zu erreichen müssen wir uns mühen den Um-schreibern Widerstand zu leisten wann und wo wir finden das unsere Geschichte verfälscht wird.



6. Anhang - Die Erhöhung und Fall von Lampeter

Die Gottscheer Jugend der ersten dreißiger Jahre befand sich zwecks der weltweiten wirtschaftlichen Depression, die auch in Gottschee wirkte, und der Assimilierungspolitik der Slowenen nach ersten Weltkrieg, in einer hoffnungslosen Lage.
Anderseits sah sie mit Begeisterung die Fortschritte im Dritten Reich die den dortigen Deutschen wieder Wohlstand und Hoffnung brachten. [Waren doch diese Fortschritte und Erfolge des neuen Deutschlands, bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges Krieges, die Bewunderung der Welt!]
So ist es kein Wunder das die “geheime [Gottscheer] Schüler-schaftgruppe” [F.S.15] sich in den Nationalsozialismus verliebte. Sagt Wilhelm Lampeter:
“Im Nationalsozialismus, der erst mit der Machtübernahme 1933 in die entlegene Gottschee fand, wurde von den Jungen als ihr eigentliches Lebensziel erkannt, der bestimmte Wegweiser ihres Strebens und Tatenwillens erschaut.” (F. S:15).
Sagt Frensing:
“Als sich 1934 die ‘Deutsche Studentenschaft’ einschaltete, .. geriet diese jugendliche [Gottscheer] Gruppe in den ideologischen Bannkreis des NZ .. .und begann nun konsequent in [dessen] Fahrwasser zu segeln; denn die ‘Deutsche Studentenschaft’ verstand es sehr geschickt, neben der Propagierung des ‘Selbsthilfegedankens’, ‘groß-deutsches’ Gedankengut zu vermitteln’. . [F.S:15,16].
Unter dem Motto ‘Selbsthilfe’ gelang es dem Nationalsozialismus in den nächsten Jahren die gesamte Gottscheer Jugend in ihren ideologischen Kreis zu sammeln.
Nach Hermann Ullmann;
“Die Methoden der nationalsozialistischen Propaganda befolgten das selbe Rezept wie bei der Machtergreifung im Reiche: man schlich sich ein. Zuerst arbeitete man mit einem ideologischen Programm daß man der Haltung der Volksgruppen äußerlich anpaßte…” [F.S:16]:
Die Entwicklung der “Schülergruppe” und deren Schulung als künftige Leiter der Volksgruppe, entfaltet sich in den nächsten Jahren unter wachsamen Schutze und kräftiger Leitung von Berlin.
Die Unterweisung der Jugend und den fähigen Jungbauern, die späteren Sturmführer und Stürmer der “Mannschaft” gelang durch Schulung im Reich und wurde von Lampeter in Gottscheer Sonderschulen vollendet.
Diese und andere Taten brachten die Gottscheer in Konflikt mit den Slowenen und es kam zu “wüsten Schlägereien”. [F.S 17]
“Gottschee wurde von jugendlichen Wanderern überschwemmt.. von meist militärisch gekleideten Jungen die ständig politische Kampflieder singen und mit ihren [Hakenkreuz] Fahnen durch die Dörfer ziehen... muß natürlich in slowenischen Kreisen Haß hervor rufen. [F.S.17]
“Die Slowenen schritten zu repressiven Maßnahmen deren Gefolge dann auch die Ortsgruppen des Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes aufgelöst wurden….weil politische Vorträge gehalten wurden… ”
“Die Organisationen des Kulturbundes wurden verfolgt, weil sie als Nationalsozialistische Agitationszellen erkannt worden seien. Die beiden Emissäre.. [Dieck und Neunteufel].. hatten viele Monate hindurch eine Tätigkeit entfaltet die kein selbstbewußter Staat auf die Dauer hatte hinnehmen können”. [F.S.18]
Die ‘alte Führung’ versuchte in letzten, verzweifelten Versuchen einen Kompromiß herbeizuführen und die hochgepeitschten nationalen Leidenschaften der Slowenen und Volksdeutschen abzukühlen.
Diese Mühen enden, Ende 1938, wenn es den “Erneuerern” gelang die “alte Führung” abzuschieben und die Leitung der Volksgruppe an sich zu reißen.
“Mit ‘tatkräftiger Unterstützung der Volksdeutschen Mittelstelle’ [in Berlin], hatten die ‘Erneuerer’ ihre Herrschaft angetreten. Wichtig war auch, daß die Redaktion der Gottscheer Zeitung von der Geistlichkeit auf die ‘Erneurer’ überging”. [F.S.20,21]
Die Schriftleitung der Gottscheer Zeitung übernahm Herbert Erker, einer der engen Mitarbeiter von Lampeter, der auch später wieder für die Schriftleitung der [Klagenfurter] Gottscheer Zeitung verantwortlich gemacht wurde. [1962-71].
Auch sein Nachfolger [1971-96], Ludwig Kren war schon in der damaligen Redaktion tätig.
Im Herbst 1939 wurden die Ortsgruppen des Kulturbundes in Slowenien wieder erlaubt [durch Einfluß von Stojadinovic, dem Fa-schismus freundlichen Premierminister Jugoslawiens] was der neuen Herrschaft die Gründung der “Mannschaft” als eine neue Formation der Gottscheer erleichterte.
Zudem zitiert Frensing Richard Lackner, [Stabsführer von Lampeter und Amtsleiter der Gottscheer Jugend (unter 21)] der diese Gründung beschreibt:
“Sie wurde in Stürme aufgegliedert,… die Stürme in Zuge unterteilt. Der Sturmführer war nominell dem Ortsgruppenführer [des Kulturbundes] unterstellt.
Die Führung der Mannschaft bestand aus einem Stab mit dem Mannschaftsführer als Haupt… Das Mannschaftsgericht befaßte sich mit Streitfallen unter den Mitgliedern der Mannschaft.
Allmählich wurde eine Art Uniform eingeführt (Stiefel, Reithose, graues Hemd). Die Heimabende waren obligatorischer Dienst, Grundexerzieren gehörte zur ‘Ausbildung.” [F.S..22]
Nach Zerfall Jugoslawiens, auf Befehl durch Stabsführer Lackner in der GZ (24/7/41):
“Jeder Gottscheer Mann vom 21. bis zum 50. Lebensjahre ist verpflichtet, in der Mannschaft Dienst zu tun. Nur über ärztlichen Befund kann er vom Stab der Mannschaft des Mannschaftsdienstes enthoben werden.
… Jedem einzelnen Kameraden, angefangen vom Mannschaftsführer bis zum letzten Sturmmann, sind drei Vorbilder aufgestellt. Der Soldat,…der Kamerad in der SA- oder SS- Formation ..und der Arbeiter als Ausdruck der sozialen Gerechtigkeit eines Volkes.” [F.S.68]
Die Neue Herrschaft war nun in der Lage jeden Befehl des Reiches zur Einsammlung der Gottscheer auszuführen.
Frensing berichtet über die Vorbereitungsarbeit der Volks-gruppenführung um die Bevölkerung zur Annahme der Umsiedlungsoption zu bringen in den folgenden Kapiteln seines Buches:
Vorbereitungen der Volksgruppenführung für die Umsiedlung : (Seite 62)

1. Die ersten grundlegenden Maßnahmen
2. Die Schulung der Mannschaft
3. Die Bekämpfung der “Gerüchte” und die Umdeutung des bisherigen Heimatbegriffs.
Die Opposition der Volksgruppe: (Seite 78)

1. Die Opposition aus den Reihen der Geistlichkeit
2. Die Opposition von seiten der Bürger
3. Die Opposition der Bauern aus dem “Hinterlande”

Für seiner Mühen in der Vorbereitung, Lampeter wurde Oktober 1941 von Himmler zum SS-Sturmbannführer in der politischen Abteilung der SS Organisation befördert.
Diese Mühen waren die Folgenden:
1. die Forderung und Verbreitung einer kompromißlosen Feind-lichkeit gegenüber den Slowenen,
2. der Abschub der legitimen “alten Leitung”,
3. Auf- und Ausbildung einer Organisation, u.a., Leitung, Mann-schaft, Presse, usw., die der Hitleraufgabe und dem Endziel wirkte,
4. des Hasses gegenüber der Geistlichkeit und all denen die der Ausführung der Aufgabe gegenüberstanden,
5. Umdeutung des bisherigen Heimatbegriffs - Von Liebe zur Heimat auf Liebe zum Führer,
6. Verheimlichung des Ansiedlungsgebietes und seinem Zustande,
7. dem psychologischem Druck, Drohungen und Gewalt auf seine Landsleute der Option folge zu leisten,
8. der “Überrumpelung” seines Volkes, (usw.),
Der Glanz der Erhöhung dauerte aber nur kurze Monate.
Als Anfang Januar 1942 zirka 100 Gottscheer Städter drohten ihre Optionserklärung zurückzuziehen, mußte sich das Reichskommissariat einschalten da es annahm die VGF war nicht fähig den Aufstand zu überwinden.
(Die Ursache des Aufstandes waren rückkehrende Berichte von den dort schon ankommenden Ansiedlern über schlechte Verhältnisse im Ansiedlungsort). Lampeter wurde als Sündenbock für den Aufruhr entdeckt. Nach Bericht von SS-Oberführer Hinze:
…. “ich habe den Eindruck… daß dieser [Lampeter] für die ihm übertragenden Aufgaben sowie seine Ernennung zum SS-Sturmbannführer zu jung und unerfahren ist … und daß es ihm auch an der für ein solches Amt erforderlichen Einsicht und Selbstdisziplin fehlt.
… Ich habe ihm daher … eröffnet, das ich nunmehr selbst an seiner Stelle die Führung der Gottscheer Wehrmannschaft übernehme und ihn bitten müsse .. sich auf Weiteres jeder Tätigkeit im Ansiedlungsgebiet .. zu enthalten… und daß ich diese Maßnahmen auch auf seinen Stabsführer [Richard Lackner] ausdehnen müsse,…und bitte deshalb, ihn [Lampeter] ohne Rücksicht … unverzüglich ins Altreich abzuberufen.” [F.S.135]
SS-Führer Bliss war nicht so großzügig:
“Lampeter ist durch verschiedene Ehrungen, die ihm für seine bisher geleistete Volksgruppenarbeit zuteil wurden, größen-wahnsinnig geworden und politisch für deutsche Verhältnisse absolut unbrauchbar.
… ich schäme mich, ein derartiges politisches Kind in der Uniform der SS und in dem Rang eines Sturmbannführer sehen zu müssen.” [F.S.129]
Die SS Leitung gab damit bekannt das Gottscheer, die zum Betrug und Verrat ihres eigenen Volkes fähig waren, auch in ihrer Organisation für weitere Zwecke “absolut unbrauchbar” sind.
Damit wurden Lampeter und Lackner, die ersten Opfer der Hitler Einsammlungspolitik. Deren Auftrag war am Ende und Abschub war die nächste Stufe die im Paragraph 5 des Menscheneinsatzes angefordert wurde.
Die Volksgruppe hatte für Umsiedlung optiert und die Ein-sammlung war gesichert.
Vorerst als Opfer dieser Politik war doch das Gottscheer Volk. Dieses stolze Volk wurde zum Verlust der Heimat von eigenen Leitern durch Betrug und Verrat seinem Ende überliefert.

Nach Frensing auf Seite 75:

“Charakteristisch für das Bestreben der VGL, den Heimatbegriff den Gottscheern neu zu interpretieren und ihn Ihren Intentionen entsprechend umzudeuten, ist das “neue Lied der Gottscheer”, das vom verantwortlichen Stabsführer für das Kulturwesen verfaßt wurde:

Vom Rinsenquell zum Kulpastrand
Hebt in den Wind die Fahnen,
Wir kehren heim ins Vaterland,
Die Heimat unserer Ahnen.

Wir bleiben deutsch trotz Haß und Not
Trotz bittrer Knechtschaft Schande.
Es trieb das Osteraufgebot
Die Serben aus dem Lande.

Im Gleichschrittmarsch, der Trommel Schlag
Gibt Schritt uns beim Marschieren.
Wir rufen in den jungen Tag
‘Ein Volk, ein Reich, ein Führer’. ”

 


Das Ende der Gottscheer als Ethnische Gruppe;
Die Dokumentierten Tatsachen.
Univ. Prof., Dipl. Ing. J. Tschinkel
New York, März, 1999



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